15 Ideen für eine umweltfreundlichere Energiepolitik in Wilnsdorf

Die Notwendigkeit der Erneuerung der Energiepolitik ist spätestens seit den Ereignissen in Fukushima im März 2011 ein breiter gesellschaftlicher Konsens. Die nahezu unerschöpfliche Nutzung von Energie, getragen von fossilen Energieträgern, die in Jahrmillionen aufgebaut wurden und in einer rasend kurzen Zeit verbraucht werden, haben zu einer nicht vorstellbaren Vermehrung des Wohlstandes in den letzten 100 Jahren geführt. Doch mittlerweile ist erkannt, dass ein Umdenken stattfinden muss.

Für mehr regenerative Energien in Wilnsdorf

Zum einen ist die Nutzung der nicht regenerativen Energieträger aufgrund ihrer Endlichkeit begrenzt. Öl, Gas und Kohle werden daher immer teurer. Ein Teil der Gesellschaft droht vom Gut der Daseinsvorsorge „Energie“ abgeschnitten zu werden. Zum anderen birgt der schnelle Verbrauch dieser Energieträger weitere Probleme. Der riesige Ausstoß von CO2 ist für den Klimawandel mitverantwortlich. Dieser führt global zu großen sozialen Problemen, die sich auch bei uns auswirken werden, wenn sie nicht in den Griff zu bekommen sind. Die Länder mit Vorkommen der fossilen Rohstoffe sind in vielen Fällen die Krisenherde dieser Welt. Die Nutzung der Atomenergie, die zunächst sauber erschien, birgt große Gefahren und das Problem der Endlagerung ist nicht einmal im Ansatz gelöst. Die Ausbeutung all dieser Energieträger ist oft mit so großen Problemen verbunden, dass viele Menschen sie häufig nur in Anbetracht der räumlichen Ferne guten Gewissens akzeptieren.

Die Erneuerbaren Energien hingegen erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit und viele entsprechende Projekte werden ohne Widerstand von Seiten der Bevölkerung umgesetzt. Doch gerade bei Windparks und Biogasanlagen kann es an Akzeptanz fehlen. Sie stoßen mitunter auf hartnäckige Ablehnung von Anwohnern, die vor allem Lärm, verbaute Landschaften oder unangenehme Geruchsentwicklung befürchten

Des Weiteren ist die Gerechtigkeit ein wichtiges Thema bei diesen Anlagen. Dabei geht es einerseits um die Frage, ob die durch die Anlagen entstehenden Belastungen und Profite gleichmäßig verteilt sind. Andererseits ist es wichtig, ob die Bürger den Planungs- und Umsetzungsprozess als gerecht und fair empfinden. Zentrale Fragen in diesem Zusammenhang sind: Wo wird ein Projekt realisiert? Und wie wird es umgesetzt?

Die Gemeinde Wilnsdorf spielt für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Wilnsdorf eine zentrale Rolle: Sie ist Planungs- und Genehmigungsinstanz, kann regenerative Energie für Verwaltungsgebäude, Schulen und Sporthallen nutzen, besitzt geeignete Flächen für Erneuerbare-Energien-Anlagen, könnte über  kommunale Unternehmen Strom- und Wärmenetze betreiben und ist schließlich Vorbild für Bürger und Wirtschaft vor Ort.

Um diese Rolle auch vernünftig ausfüllen zu können, muss die Gemeinde viel Geld investieren. Glücklicherweise ist die Förderlandschaft für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz äußerst vielfältig. Neben den Programmen auf Bundesebene stellen auch die EU, das Land Nordrhein-Westfalen und Energieversorger Mittel zur Verfügung. Unser Ziel ist es, die Fördermittel so effizient wie möglich für die Gemeinde Wilnsdorf einzusetzen.

Wir möchten eine möglichst große Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Wechselwirkungen schaffen, so die Energiewende voranbringen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit sowie die regionale Wertschöpfung steigern.

Von den Möglichkeiten hinsichtlich Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und einer Umstellung auf regenerative Energieträger kann letztlich jeder einzelne Bürger profitieren.

Deswegen ist es uns wichtig, auch jeden teilhaben zu lassen, denn nur wenn die Energiewende sozialverträglich und mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam umgesetzt wird, ist sie erfolgreich

Denn wenn es gelingt, die Bevölkerung schon im Vorfeld umfassend zu informieren und an den Planungen zu beteiligen, wenn deutlich gemacht wird, wie jeder Einzelne profitieren und sich womöglich sogar finanziell beteiligen kann, dann stehen die Menschen vor Ort meist hinter den Energieprojekten und dadurch lassen sich durch bessere Information und ein stärkeres Involvieren lokale Widerstände vermeiden.

Wir wollen, dass die Gemeinde sich ihrer Verantwortung in Fragen der Energiepolitik stellt und als Vorbildfunktion dient. Nur wenn die Gemeinde mit gutem Beispiel voran geht, kann man von den Bürgerinnen und Bürgern erwarten, auf dem Weg hin zu einer umweltfreundlicheren Gemeinde mitzuziehen.

Zusammengefasst wollen wir also eine natur- und menschenverträgliche Energiewende, durch die wir den Energieverbrauch und die Umweltbelastungen reduzieren wollen, wobei die Deckung des notwendigen Energiebedarfs natürlich gegeben bleiben soll. Zu guter Letzt wollen wir uns durch eine neue Öffentlichkeitsarbeit den Rückhalt in der Bevölkerung für diese Vorhaben sichern.

 

Doch wie wollen wir diese Ziele erreichen?

Zunächst einmal ist die Umgestaltung einer Energieregion ein langfristiger Prozess, der nur gemeinsam mit Akteuren vor Ort erfolgen kann. Zum Glück haben wir in Wilnsdorf bereits ein Energiekonzept, dass die Marschrichtung vorgibt.

Mit folgenden 15 Ideen wollen wir den eingeschlagenen Weg beschleunigen:

1.Wir wollen, dass sich jeder Haushalt von unabhängigen Experten der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu Energiesparmaßnahmen beraten lassen kann. Die Kosten übernimmt die Gemeinde. So erfahren Bürger, an welchen Stellen sie im eigenen Haushalt Energie sparen können, um so mit Hilfe der Gemeinde an der Energiewende mitwirken zu können.

2.Wir wollen das sich Gemeinde eine Solarstromanlage und einen Batteriespeicher anschafft, um den Stromverbrauch der gemeindeeigenen Infrastruktur stärker mit Erneuerbarer Energie zu decken. Die Installation von Windenergieanlagen auf gemeindeeigenen Flächen würde diesem Ziel ebenfalls helfen, des Weiteren könnten die entstehenden Pachteinnahmen für den Klimaschutz verwendet werden.

3.Wir wollen das Installieren von Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Privathaushalten finanziell durch die Gemeinde fördern.

4.Wir wollen einen LED-Tauschtag einführen, an dem alle Privathaushalte in den jeweligen Orten ihre alten Stromfresser gegen LED-Leuchtmittel tauschen können.

5.Als nächste Investition in die Energiewende wollen wir ein von der Gemeinde bereitgestelltes Elektro-Gemeindeauto einführen, das sich die Einwohner kostenfrei ausleihen können. Ökostrom tankt das Auto u.A an den Ladesäulen, die vor dem Wilnsdorfer Rathaus stehen. Damit leistet die Gemeinde nicht nur einen Beitrag für mehr Klimaschutz, sondern stellt sich auch den Herausforderungen von Mobilität im ländlichen Raum.

6.Wir wollen, dass die Gemeinde bei der Ausweisung von Bauland und dem Verkauf kommunaler Grundstücke stärker die Nutzung Erneuerbarer Energien vorschreibt.

7.Wir wollen das die Gemeinde in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen sowie Bausatzungen Kriterien für eine regenerative Energieversorgung festlegt und auf diese Weise private Investitionen in die Erneuerbaren fördert.

8.Wir wollen das in Planfeststellungs- und Genehmigungsverfahren die für Bau, Immissions- und Naturschutz zuständigen Behörden eng mit den Projektplanern zusammenarbeiten.

9.Wir wollen, dass die Gemeinde Wilnsdorf im Rahmen von Ortskernsanierungen die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen und die Umstellung und Modernisierung der Heizungssysteme in privaten Wohngebäuden fördert. Außerhalb der Sanierungsgebiete soll der Einsatz erneuerbarer Energien und die Errichtung von Energiesparhäusern durch die Kommune bezuschusst werden.

10.Wir wollen, dass geeignete Dachflächen kommunaler Gebäude mit Photovoltaikanlagen bestückt werden.

11.Wir wollen aktive Informationskampagnen zum Thema Energieeinsparung und Energieversorgung durchführen. Verbunden mit einer Offensive rund um das Thema energetische Gebäudesanierung, da die Sanierungsquote gesteigert werden muss.

12.Wir wollen, dass die öffentlichen Gebäude in Wilnsdorf thermisch saniert werden.

13.Wir wollen, dass Schritte zu einem Fernwärmeaus- und Neubau geplant werden.

14.Wir wollen, dass Straßenbeleuchtungen auf LED umgerüstet wird.

15.Wir wollen, dass die Gemeinde den endgültigen Austausch der noch bestehenden Ölheizungen auf neue, regenerative Heizungsanlagen oder Fernwärme fördert.

Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geliehen

Für uns ist klar: Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geliehen. Daraus erwächst für uns die Verpflichtung sie zu erhalten. Die Qualität unseres natürlichen Lebensraumes muss erhalten bleiben. Wir wollen unsere Umwelt bewusst und sorgfältig pflegen und die gewohnte Lebensqualität umweltverträglich weiterentwickeln. Wir sind bestrebt, bei allen unseren Aktivitäten einen verantwortungsvollen Umgang mit den uns gegebenen Ressourcen sicherzustellen. Deswegen wollen wir aktiv den Einsatz von regenerativer Energie fördern. Das ist unser Plan für Wilnsdorf